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PC-Games: Emergency 3 26.01.2005
Nur einen kurzen Moment wendet der Fahrer seinen Blick von der Straße, um auf die Karte zu schauen: "Welche Abfahrt müssen wir nehmen?" Da passiert es: Mit ungebremster Wucht rast der Bus in ein deutlich langsameres Auto. Das tonnenschwere Gefährt kommt ins Schleudern, prallt gegen weitere Kleinwagen, die keine Chance zum Ausweichen haben, und stürzt schließlich krachend über die Leitplanke. Ein Feuer bricht aus, Menschenleben sind in Gefahr - jetzt sind Sie am Zug. Als Einsatzleiter hat der Spieler umfassende Kompetenzen, will heißen: Sie kümmern sich um alles. Nach einem kurzen Überblick über die Ziele zu Missionsbeginn schicken Sie in Echtzeitstrategie-Manier Einheiten von Polizei, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk ins Einsatzgebiet. Tanklöschfahrzeuge bekämpfen größere Brände, Rettungstransporter bieten Platz für Verletzte und Mannschaftswagen der Polizei dienen zum Abtransport von Festgenommenen. Insgesamt stehen 40 verschiedene Einheiten zur Verfügung.
Navigationsbedarf Vom Nachschubpunkt, der sich immer am Rand der Karte befindet, dirigieren Sie die Retter per Maus zum Ort des Geschehens - und stoßen schon auf die erste Hürde. Die KI-Fahrer navigieren etwa so unpräzise wie betrunkene Büffel durch die Straßen; gerade wenn mehrere Fahrzeuge dicht beieinander fahren, kommt es häufig zu Staus. Statt Brände zu löschen und Verletzte zu bergen, sind Sie zu Beginn der Missionen regelmäßig damit beschäftigt, Einsatzkräfte manuell zum gewünschten Ziel zu lotsen. Noch mehr Frustpotenzial liegt in der völligen Unselbstständigkeit Ihrer Leute: Wenn Sie aus Versehen einen Notarzt zu nah am Feuer platzieren, wird er nicht etwa flüchten, sondern seelenruhig warten, bis er schließlich in Ohnmacht fällt. Sogar um einen winzigen Busch zu löschen, müssen Feuerwehrleute erst manuell zu einem Rüstwagen beordert, mit einem Feuerlöscher ausgestattet und danach wieder von Hand zum Feuer geschickt werden. Sondereinsatzkommandos der Polizei sind nicht ständig mit Blendgranaten ausgestattet, sondern müssen zunächst welche aus einem Schützenpanzer holen. Speziell in späteren Missionen, wenn gleichzeitig mehrere Brandherde kontrolliert, Verbrecher verfolgt und Verletzte versorgt werden müssen, wird´s hektisch, zumal man im Pause-Modus keine Befehle erteilen darf.
Lawinen, Brände, Bomben Immerhin ist die Fahrzeug- und Einheitenvielfalt anders als in Fire Department 2 nicht überwiegend Dekoration, sondern macht sich tatsächlich in vielen Einsätzen bezahlt - ein großes Lob an die Missionsdesigner, die sehr ausgewogene, abwechslungsreiche und überwiegend angenehm herausfordernde Aufträge kreiert haben. Einmal stört man mit Streifenwagen ein illegales Straßenrennen; bei der anschließenden Flucht überschlägt sich eines der Autos und setzt einen Wohnblock in Brand. Bei einem Verkehrsunfall fällt plötzlich auf, dass mehr Bremsspuren auf der Straße zu sehen sind, als Autowracks geborgen wurden; die neuen Rettungstaucher lokalisieren den Wagen am Grund des nahe gelegenen Flusses. Kurz bevor ein verlassenes Hochhaus aufgrund einer technischen Panne früher als geplant in die Luft fliegt, evakuieren Polizisten alle Zivilisten aus dem Einsturzgebiet. Nach einer Lawine in einem Skigebiet durchforsten Rettungshundestaffeln die Schneemassen, während Bergekräne Verletzte von schweren Trümmerstücken befreien. Den Abschluss der Kampagne bildet ein verheerender Bombenanschlag mitten in der Stadt. Schade, dass die Fähigkeiten der Einheiten im knappen Tutorial nur unzureichend erklärt werden. Man erfährt nicht, dass nur Ingenieure Warntafeln auf der Autobahn bedienen können oder dass gewöhnliche Polizisten keine Waffe besitzen, bewaffneten Flüchtlingen also schutzlos gegenüberstehen. Selbst grundlegende Informationen, etwa dass Feuerwehrleute im Rüstwagen mit einem Schlauch ausgestattet werden können, um diesen direkt an einen Hydranten anzustöpseln, gehen weder aus dem Handbuch noch aus dem Tutorial hervor.
Der ultimative Kick Die größte Herausforderung wartet nach der eigentlichen Kampagne im "freien Spiel". Sie erledigen nicht mehr einzelne Einsätze, sondern wachen über eine komplette Stadt mit zufälligen Ereignissen. Von einer zentralen Basis aus jagen Polizisten Dieben nach, werden Ertrinkende per Taucherteam gerettet und Brände gelöscht. Je besser Sie die Lage im Griff haben, desto mehr Punkte gibt es. Den High-Score dürfen Sie anschließend online präsentieren.
Petra Fröhlichs Meinung: Vorsicht, Hektik! Große Einsätze zu koordinieren, erfordert Umsicht und Präzision.
Puh - Emergency 3 hält mich ganz schön auf Trab. Schwer verletzte Passanten krümmen sich wimmernd am Boden, während ich in mühsamer Mausklick-Kleinarbeit meine Krankenwagen aus der Blockade durch einige Feuerwehrwagen befreie; gleichzeitig nimmt ein Gangster mein Sondereinsatzkommando aufs Korn, das tatenlos in der Gegend steht, bis ich den Befehl zum Zurückschießen gebe. Dass ich trotzdem mehrere Abende mit Emergency 3 verbracht habe, ist vor allem den toll aufgebauten Missionen und dem knackigen "freien Spiel" zu verdanken. Für Folge 4 müssen Steuerung und Einstieg ganz oben auf der Liste stehen.
PC Powerplay: Echtzeit-Taktik der anderen Art: Statt Armeen aufeinander zu hetzen, kümmern Sie sich um Verletzte, löschen Brände und suchen Lawinenopfer.
In Emergency 3 reiht sich eine Katastrophe an die nächste. Das gilt glücklicherweise weder fürs Spieldesign noch für die technische Umsetzung, wovon wir uns anhand einer aktuellen Vorabversion überzeugen konnten. Vielmehr schlüpft der Spieler in die Uniform eines Einsatzleiters, der bei Unfällen, Großbränden und anderen Unglücken die Rettungskräfte koordiniert: Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und Technisches Hilfswerk. Lawinenunglück, Bombenattentat, Flugzeugabsturz -- die 20 Desaster, die sich die deutschen Macher von von Sixteen Tons ausgedacht haben, würden jedem Katastrophenfilm zur Ehre gereichen. Da müssen Unfallopfer aus Wracks befreit, Verwundete versorgt, Feuer eingedämmt und Trümmer geräumt werden. Oberstes Ziel: digitale Menschenleben zu retten.
Von Sanis und Soldaten Vor Ort analysieren wir zunächst die Lage: Wer benötigt sofortige medizinische Hilfe, wer ist nur leicht verletzt? Welche Gefahren können sich im Missionsverlauf ergeben? Droht ein Feuer an dem qualmenden Autowrack? Muss die Straße gesperrt werden? Dann steht die Entscheidung an, welche Rettungskräfte nötig sind. Für jeden Einsatz stehen nur begrenzte Ressourcen zur Verfügung. Muss es wirklich das Notarztauto sein oder genügt der Rettungswagen? Brauchen wir Brandbekämpfer? Gesteuert werden die Einsatzfahrzeuge, Sanis und Techniker schließlich ähnlich wie die Panzer und Soldaten in einem Echtzeit-Taktikspiel à la Panzers. Auf Befehl karren die Feuerwehrleute Löschmittel heran, verarzten Doktoren die Unfallopfer, regeln Polizisten den Verkehr.
Schöne heile Welt? Den Spielablauf kennen Hobby-Sanis bereits aus den beiden Vorgängern. Neu ist in Emergency 3 zum Beispiel die todschicke 3D-Grafik. Die Kartenmaler haben Liebe zum Detail beweisen: Im Hafen, wo Demonstranten einen Giftfrachter blockieren, stapeln sich Container, drehen sich Kräne am Kai, dümpeln Kähne im Becken. Für den Großbrand im Einkaufscenter haben die Entwickler eine typische Einkaufsmeile nachgebaut und bevölkert. Kleiner Schönheitsfehler der ansonsten wirklich sehenswerten Levels: Im Vergleich zu den hoch detaillierten Häusern, Fahrzeugen und Wegen sind Wiesen, Felder und Bäume zumindest in der Betaversion weniger gelungen.
Samariter der Stadt Ebenfalls neu: realistische Spielphysik. Brände breiten sich aus, Explosionen wirbeln Menschen, Autos, Bäume durcheinander, lösen unter Umständen Kettenreaktionen aus. Was gerade noch nach gewöhnlichem Autocrash aussieht, kann zum Inferno werden, wenn die Retter Fehler machen oder sich zu viel Zeit lassen. Besonders interessant wird dieser Programmteil in Verbindung mit dem neuen Freispielmodus. Dort wacht der Spieler über eine komplette Kleinstadt, in der Autos, Züge, Hubschrauber ihre Bahn ziehen, Passanten durch die Straßen wandern -- und wo Unfälle passieren. Bei kleineren Unglücken hilft Emergency 3 nach. Da bleibt etwa ein Kleinbus auf den Schienen stehen oder ein Einkaufsbummler bricht plötzlich in der Fußgängerzone zusammen. Was sich daraus ergibt, hängt allein vom Geschick und vom guten -- oder bösen -- Willen des Spielers ab. Schon beim Vorgänger, so erzählt Entwicklungsleiter Ralph Stock, haben viele Fans absichtlicht Desaster ausgelöst. Etwa Polizisten ihren eigenen Wagen in die Luft jagen lassen um einen Waldbrand zu entfachen, den sie später wieder löschen konnten. Just für jene Schutz- und Racheengel ist der Freispielmodus gedacht. Gute Idee! Katastrophen verursachen macht bestimmt ebenso viel Spaß wie sie zu verhindern.
Die komplette Vorschau von Emergency 3 finden Sie in PC PowerPlay Dezember 2004.
PC Daily Onlinemagazin: Der Inhalt der 20 Einzelmissionen ist zwar nicht komplett bekannt, allerdings wird es ein Lawinenunglück und ein Bombenattentat, verschiedene Verkehrsunfälle, Unwetter und Brände geben. In schweren Missionen bricht ein ganzes Schwimmbad zusammen, rast ein Tanklastwagen in Gebäude, jagt ein schwerer Sturm über die Stadt oder entgleist ein großer Güterzug. An Einfällen fehlte es den Entwicklern nicht. Neben besonders schweren Unglücken gehören sowohl Busunglücke wegen überhöhter Geschwindigkeit als auch Flugzeugabstürze zum Einsatzumfang.
Einsatzbeginn: 21. Januar 2005 In der Vorabversion gab es sowohl grafisch als auch kompatibilitätstechnisch einige Probleme. Auf manchen Systemen ließ sich "Emergency 3" zum Teil gar nicht erst starten. Hier müssen die Entwickler auf jeden Fall vor Veröffentlichung Abhilfe verschaffen. Werden diese Probleme gelöst, dürfen Sie sich definitiv über eine neue Genrespitze freuen. Die Missionen sind abwechslungsreich, das Endlosspiel genial: Wenn Sie schon immer ein Freund von Rettungssimulationen waren, wird "Emergency 3" ein Pflichtkauf. Am 21. Januar soll das PC-Spiel in den Regalen stehen und wird nach aller Voraussicht bisher erschienene Rettungssimulationen in den Schatten stellen.
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